Michael Hück

Trauma vorbeugen, ich helfe Ihnen dabei




Workshops und Fortbildung

Workshop Einführung Trauma Verstehen
Workshop Demenz und Trauma
Workshop Trauma - “Ich schaffe was”



Fragen zu Trauma

Was bedeutet Traumapädagogik?

Definition nach Hedi Gies
Fachkräfte im (sozial) pädagogischen Umfeld arbeiten täglich mit traumatisierten Menschen und gehen mit deren kreativen Umgehensweisen und individuellen Überlebensstrategien um.
Die Traumapädagogik übersetzt die Erkenntnisse der Psychotraumatologie und Neurobiologie auf die pädagogische und beratende Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und deren Lebensumfeld.

Die Traumapädagogik weckt Verständnis für die besondere Entwicklung eines Menschen unter traumatischen Bedingungen und schaut auf die (Wieder-) Herstellung der eigenen Handlungskompetenzen. Im Fokus steht die Pädagogik des sicheren Ortes, die diesen Menschen einen geschützten Rahmen bietet. Angewendet werden Übungen zur Reorientierung und Selbstregulation.  Neben dem Blick auf das Kind geht es um das Verständnis von Traumadynamiken und -netzen, bezogen auf die verschiedenen Systeme der Familie, des Teams und der Organisation. Ein weiterer wichtiger Bereich beschäftigt sich mit der eigenen professionellen Rolle, der Selbstreflexion, den persönlichen Ressourcen und Risiken, um Überforderungen selbst schützend und wirksam begegnen zu können. Hierzu gehören auch Kenntnisse über Sekundäre Traumatisierung und ein bewusster Umgang damit.

Was ist ein Trauma?
Eine Traumatische Situation entsteht, wenn ein Mensch einer (gefühlten) lebensbedrohlichen Situation ausgeliefert ist oder er sie emotional Miterlebt. Wenn er aus dieser Situation nicht fliehen oder sie nicht bekämpfen kann fühlt er sich Ohnmächtig. In dieser Situation ist er extremen Empfindungen und Emotionen ausgeliefert, die nicht Lösungsorientiert ausleben kann.
Ist der Mensch im Anschluß in der Lage diese Situation mit allen Empfindungen und Emotionen zu verarbeiten bleibt es bei einem traumatischen Erlebnis , einer Erfahrung.
Hat dieser Mensch nicht die Möglichkeit sein Erlebnis mit allen dazugehörigen Empfindungen und Emotionen zu verarbeiten (man geht von bis sechs Wochen aus) spricht man von einem Trauma.
Wie kann sich Trauma zeigen?
Trauma kann sich zeigen durch:
  • Überregungszeichen: der Streßpegel ist erhöht, man „wittert“ häufig eine Gefahr
  • Flashbacks: man fühlt sich in die alte Gefahrensituation zurückversetzt, man hat Rückblenden  
  • Dissoziationen: man löst sich emotional und in Empfindungungen aus Situationendie sich potentiell gefährlich anfühlen, aber real harmlos sein können, man Distanziert sich aus der Situation und von seinem Erleben
  • Vermeidungsverhalten: man vermeidet Situationen die Flahbacks oder Dissoziationen auslösen können
  • Trigger: Auslösereize
  • Einfrieren: man zieht sich absolut in sich zurück, stellt sich „Tod“
Reinzinieren: man durchlebt neue Situationen mit alten Emotionen und Empfindungen aus einer traumatischen Situation und reagiert entsprechend der alten Situationen und nicht angemessen der gegebenen Situation, diese Situationen können auch „heraufbeschworen“ werden
Welche Arten der Traumatisierung gibt es?
Was könnten Auslöser sein?
Hier einige Arten der Traumatisierung
hier einige Beispiele für Ursachen

Schocktrauma/einmaliges Trauma
Autounfall, Verletzungen, Operationen, Einbruch, Raubüberfall, Krankheit, Feuer, etc.

anhaltendes Trauma/fortdauernd, wiederholend, chronisch
Krieg, Flucht, Migration, Mobbing, Gewalt (i.d. Familie), Erkrankungen, Vernachlässigung

Entwicklungstrauma und Beziehungstrauma
Vernachlässigung i.d. Kindheit

Generationsübergreifendes Trauma
Trauma von einem Menschen auf die nächste Übergeben ohne das diese sie selbst erlebt hat, z. B. durch Kriegserfahrungen, Vermeidungsstrategien etc.

sekundäre Traumatisierung
Trauma von Menschen auf ihr Helfersystem übertrage, z.B. durch Überforderung, einbeziehen in ihr erleben, bei gesunder Abgrenzung
Warum ist es lohnend über eine Traumatisierung bei älteren Menschen nachzudenken?
Eine unheilbare Diagnose an sich kann schon eine Traumatisierung auslösen (eine gefühlt Lebensbedrohliche Situation und Hilflosigkeit, kein dagegen ankämpfen oder davor weglaufen scheint Erfolg versprechend).
Hilflosigkeit, Verzweiflung, Unruhe, Scham, Unsicherheit etc. können Gefühle sein, die Menschen  während des Krieges gespürt haben, mit schlimmen Erfahrungen verbinden und nun als Trigger (Auslösereize zum Wiedererleben) fungieren. Menschen können Jahrzehnte ohne Symptome gelebt haben. Z. B. könnten sie sehr viel Wert auf Sicherheit, Autonomie, Arbeit zur Ablenkung und Wertigkeit gelegt haben , was ihnen viel Sicherheit vermittelt hat. Diese „Haltefaktoren“ können im Alter wegbrechen.
Auch andere Erlebnisse, z. B. Innerfamiliäre Gewalt, sexueller Mißbrauch, etc. könnten in einem lagen Leben zu einer Traumatisierung geführt haben, die sie bisher kompensiert haben könnten.
Allein das Wissen und Verstehen um die Gefühle, Empfindungen und daraus resultierenden Reaktionen kann schon Besserung für den Betroffenen und sein Umfeld bewirken. Einem solchen Erleben gerecht werdenden Umgang kann Triggern, Dissoziationen, Unruhe, Aggression und Reinzenierungen reduzieren.
Das Pflegepersonal kann mit dem entsprechendem Wissen und mit angemessenen Handlungsalternativen unterstützt werden und vor sekundärer Traumatisierung geschützt werden.
Warum ist es lohnend über eine Traumatisierung bei Menschen mit einer Behinderung nachzudenken?
aus Traumatherapie bei Kinder und Jugendlichen mit geistiger Behinderung , S. 8-9 von Klaus Hennike im Lebenshilfe-Verlag Marburg

„Es wird davon ausgegangen, dass Menschen mit geistiger Behinderung ein erhöhtes Risiko haben, belastende Erfahrungen als Trauma zu erleben, dies unter der Annahme einer primär sowie durch sekundäre Ereignisse erhöhten Vulnerabilität (Verletzlichkeit) sowie geringer ausgeprägten schützenden Bedingungen („Schutzfaktoren“)
   
  • aufgrund kognitiver Beeinträchtigung im Umgang mit Belastungen, Gefahren und Gewalt und /oder infolge geringer oder fehlender Sprachkompetenz und Ausdrucksmöglichkeit;
  • durch frühe emotionale Beeinträchtigung (unsichere Bindung, Deprivationserfahrungen, , frühe Verlutste wichtiger Bezugspersonen; unangemessene Erziehung);
  • infolge eines niedrigen sozio-emotionalen Entwicklungsstands mit zunehmender Diskrepanz zum Lebensalter und zunehmendem Risiko der psychosozialen Überforderung;
  • durch eine bei intelligenzgeminderten Kindern und Jugendlichen oftmals grundlegend vorhandene „Regulationsstörung“in den Bereichen Affekt, Motorik, basale physiologische Bedürfnisse, die durch die traumatisch bedingte physiologische und psychologische Instabilität (als „Basisstörung“ posttraumatischer Reaktionen) noch verstärkt werden kann.

Nicht zuletzt wurden eine Fülle zusätzlich belastender Risikofaktoren im Kontext objektiv belastender, unangemessener Lebensumstände ermittelt (z.B. andauernde Über- und /oder Unterforderungen, kommunikatives Unverständnis, Diskriminierung, soziale Isolation, Mobbing, aber auch medizinische Eingriffe sowie unangemessene Förderintensität i. S. v. „Förderterror“).“


Trauma - Eine einfache bildliche Erklärung

Was ist ein Trauma?
Wenn man schlimm gefallen ist kann die Haut eine Wunde bekommen. Diese Wunde muss gut versorgt werden damit sie gut heilt. Wenn die Wunde nicht gut versorgt wird entzündet sie sich und heilt sie nicht richtig. Heilt die Wunde nicht richtig, hat man immer wieder Schmerzen. Neue Wunden entzünden sich schneller und machen auch noch Probleme.


Eine Wunde an der Seele kann ein Mensch bekommen, wenn etwas Schlimmes erlebt hat. Wenn die Seele jetzt nicht gut heilen kann, kann sich auch diese Wunde entzünden. Der Verletzte hat Probleme mit dieser Wunde. Es kann auch sein, dass neue und kleinere Wunden nicht  richtig heilen können.
Woran kann man eine starke seelische Verletzung sehen?
Wenn der Verletzte oft Unruhig ist und Angst hat, damit er sich nicht wieder verletzt.

Wenn der Verletzte immer wieder sieht wie er sich Verletzt hat. Wie in einem schlimmen Film.

Wenn der Verletzte sich weg beamt, damit er nichts mehr spürt.

Wenn der Verletzte viele Dinge, auch schöne, nicht macht. Damit er sich nicht wieder verletzt oder den Film sehen muss.

Wenn es bei dem Verletzten bestimmte Situationen gibt, bei denen er sich weg beamt oder den Film sieht.

Wenn der Verletzte manchmal  Tod spielt, damit ihm nichts passiert.  

Wenn der Verletzte den schlimmen Film wieder durchspielt. Er findet das gar nicht schön und nachher fühlt er sich manchmal schlecht.
Was hilft bei einer schlimmen Wunde?
Hat meine eine schlimme Wunde sollte sie jemand gut versorgen. Sie muss jeden saubergemacht
und verbunden werden. Man braucht jemanden der einem den Dingen hilft die man gerade nicht machen kann. Dazu hilft es wenn man gesunde Sachen ist. Wenn man Freunde mit einem Lachen wird man auch schneller gesund.



Bei einer entzündeten Seele braucht man Menschen die einem Helfen. Es wird eine Wunde übrig bleiben das kann man nicht ändern. Aber alle sollten daran glauben, dass es wieder gut wird. Der Verletzte sollte sich überlegen was er gut kann. Er kann davon träumen was er später machen will und dafür arbeiten.
Wer kann die Wunde Heilen helfen?
Bei einer alten Wunde am Körper, die lange stark Entzündet ist, sollte ein Arzt beim Gesund werden helfen.


Bei einer Wunde der Seele sollte ein Psychologe helfen die Entzündung zu heilen.  
Kann noch jemand helfen?
Eine Krankenschwester oder Arzthelferin hilft mit Verbänden und Tipps. Sie sagt, was der Verletzte machen kann, damit die Wunde besser heilt. Sie kann  Helfern Tipps geben, wie man dem Verletzten helfen kann.

Ein Traumapädagoge kann dem seelisch Verletzten auch Tipps geben, wie er mit seiner Verletzung besser zurecht kommt. Auch seinen Helfern, zum Beispiel den Eltern, kann er Tipps geben. Damit sie dem Verletzten besser Helfen können.